Keine Angst vorm Hund

„Der tut doch nichts!“ – Herzlichen Glückwunsch. Deine Angst weiß das nur leider nicht.
Es gibt Menschen, die Hunde lieben. Menschen, die Hunde nicht besonders mögen. Und Menschen, für die schon der Anblick eines Hundes ausreicht, um Herzklopfen, Panik oder den dringenden Wunsch nach einem anderen Gehweg auszulösen.
Manchmal steckt eine schlechte Erfahrung dahinter. Manchmal ein Hundebiss. Und manchmal lässt sich die Angst gar nicht so einfach erklären.
Was auch immer der Auslöser ist: Angst verschwindet nicht dadurch, dass jemand mit einem wedelnden Labrador vor dir steht und behauptet, du müsstest dich nur mal trauen.
Danke für diesen pädagogisch äußerst wertvollen Ratschlag. Hat bestimmt schon Millionen Menschen geholfen. Nicht.
Bei uns geht es darum, wieder Sicherheit im Umgang mit Hunden zu entwickeln.
Ohne Druck. Ohne Überrumpelung. Und vor allem ohne jemanden über seine persönlichen Grenzen zu schubsen.

Nach einem Hundebiss

Wenn aus einer Begegnung plötzlich eine Erfahrung wird, die alles verändert.
Ein Hundebiss kann weit mehr hinterlassen als eine körperliche Verletzung.
Vielleicht warst du früher völlig unbefangen im Umgang mit Hunden. Vielleicht hattest du sogar selbst einen.
Und plötzlich fühlt sich schon der Weg zum Briefkasten an wie eine Expedition durch den Jurassic Park.
Das nehmen wir ernst.
Bei unserem traumasensiblen Begegnungs- und Alltagstraining arbeiten wir daran, den Kontakt mit Hunden wieder überschaubar und kontrollierbar zu gestalten.
Dabei bestimmst du mit, was für dich möglich ist.
Hier gewinnt niemand einen Orden dafür, seine Angst möglichst heldenhaft herunterzuschlucken.

Begegnungen in kleinen Schritten

Nein, wir stellen dir nicht einfach einen Hund vor die Nase und hoffen auf ein Wunder.
Wir beginnen dort, wo du gerade stehst.
Das kann zunächst ein Gespräch sein. Eine Beobachtung aus größerer Entfernung. Oder eine Begegnung mit einem geeigneten Hund unter kontrollierten Bedingungen.
Wie es weitergeht, entscheiden wir gemeinsam.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell möglichst viel zu schaffen.
Es geht darum, Erfahrungen zu ermöglichen, die für dich bewältigbar sind.
Und wenn ein Schritt zu groß ist, machen wir ihn kleiner.
Wir trainieren hier schließlich den Umgang mit Hunden und keine Mutprobe für die nächste Samstagabendshow.

Sicherheit statt Überraschung

Du musst nicht jeden Hund streicheln. Nicht einmal einen einzigen.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist es, das Verhalten von Hunden besser verstehen zu lernen.
Was sagt die Körpersprache? Wann braucht ein Hund Abstand? Wie kannst du dich bei einer Begegnung verhalten?
Wir beschäftigen uns mit Situationen, die dir im Alltag tatsächlich begegnen können.
Dabei achten wir auf klare Absprachen, geeignete Hunde und einen sicheren Rahmen.
Du sollst wissen, was als Nächstes passiert, und jederzeit sagen können, wenn etwas zu viel wird.
Und nein: Heimlich einen Hund hinter dir auftauchen zu lassen, damit du dich endlich deiner Angst stellst, gehört ausdrücklich nicht zum Programm.
Wer sich so etwas ausdenkt, darf gerne selbst erschreckt werden. Von seiner Stromrechnung beispielsweise. 😏

Psychosoziale Begleitung

Manchmal braucht es mehr als ein bisschen Hundetraining.
Gerade nach belastenden oder traumatischen Erfahrungen geht es nicht ausschließlich um das Verhalten des Hundes.
Es geht auch um deine Gefühle, deine persönlichen Grenzen und darum, wieder Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu entwickeln.
Hier fließen meine Erfahrungen und Qualifikationen aus der psychosozialen Notfallversorgung und Begleitung in die Arbeit ein.
Wir arbeiten in deinem Tempo und orientieren uns an deiner individuellen Situation.
Wichtig: Unser Angebot ist ein psychosozial begleitetes, traumasensibles Begegnungs- und Alltagstraining. Es ist keine Psychotherapie und ersetzt keine erforderliche ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

So läuft es bei uns

Erst reden. Dann gucken. Und irgendwann vielleicht gemeinsam loslaufen.
Am Anfang steht ein persönliches Gespräch.
Wir besprechen deine Erfahrungen, deine Ängste und das, was du dir für deinen Alltag wünschst.
Anschließend schauen wir gemeinsam, welche Schritte für dich sinnvoll sind.
Dabei kommen nur Hunde zum Einsatz, die für die jeweilige Situation geeignet sind.
Du musst weder Hunde lieben lernen noch am Ende mit fünf Vierbeinern auf dem Sofa kuscheln.
Vielleicht möchtest du einfach wieder spazieren gehen können, ohne bei jedem Hund auf der anderen Straßenseite die Flucht zu ergreifen.
Und wenn genau das dein Ziel ist, dann arbeiten wir daran.
Denn hier entscheidet nicht die Hundeuschi, wie mutig du gefälligst zu sein hast.
Hier geht es um dich.